Winter in Schweden: Die besten Reise-Tipps
- Lucy Binder

- 29. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Dort, wo die Sonne erst mittags aufgeht, nach zwei Stunden wieder verschwindet und die Temperaturen weit unter null Grad liegen, habe ich eine meiner schönsten Reisen erlebt. Hier kommen die besten Geheimtipps für die Gegend rund um Åre und Östersund für einen Winter in Schweden

Denkt man an Schweden kommen einem rote Häuschen, Pippi Langstrumpf und Bily Regale in den Kopf. Aber an eine Sache habe ich nicht gedacht, als ich um 14.30 Uhr in Stockholm auf meinen Weiterflug nach Östersund warte: Warum geht die Sonne unter? Klar, ich weiß, dass einige Teile Skandinaviens im Winter wenig Sonnenstunden haben, aber persönlich erlebt habe ich es selbst noch nicht und bin deswegen etwas verwirrt, als ich um 15 Uhr bei Sonnenuntergang ins Flugzeug steige. Mein finales Ziel, die kleine Stadt Östersund, liegt nur eine Flugstunde von Stockholm entfernt, mitten zwischen unzähligen kleinen Seen, die im Sommer bestimmt ein traumhaftes Urlaubsziel sind. Aber jetzt stehe ich erst mal um 16 Uhr bei absoluter Dunkelheit am Flughafen, hundemüde, weil mein Körper schon auf Schlafmodus geschaltet hat und frierend, weil es draußen Minus 15 Grad hat – aber jetzt geht mein Abenteuer erst richtig los. Alle Infos zu meinem schönen Hotel, der Anreise sowie eine Zusammenfassung meiner Tipps findet ihr ganz unten.
Winter in Schweden: Elche, Hygge und ganz viel Schnee
Schon die Fahrt Richtung Åre, einem bekannten Skiort in der Provinz Jämtland, zeigt Schweden von seiner schönsten Seite. Verschneite Wälder, endlose Weite und nach nur wenigen Minuten kreuzen plötzlich zwei Elche die Straße. Ich fühle mich wie in einem skandinavischen Weihnachtsfilm. Und obwohl ich in den Bergen, und damit im Schnee, aufgewachsen bin, fühlt sich die Winterlandschaft hier ganz anders an.
Ein Wintermorgen wie aus dem Bilderbuch
Über Nacht hat es stark geschneit. Am nächsten Morgen öffne ich die Vorhänge und blicke auf ein perfektes Winter-Wonderland: meterhoher Schnee, zugefrorene Landschaften und dieses ganz besondere, weiche Licht, das den Norden so einzigartig macht. Die Sonne zeigt sich erst gegen 10 Uhr, was dem Morgen eine ungewohnte Ruhe verleiht. Als Fotografin genieße ich diesen späten Sonnenaufgang besonders, weil ich endlich mal nicht in aller Herrgottsfrühe aufstehen muss.
Den Mittag verbringen wir in einem zuckersüßen Restaurant, das ich als absoluten Geheimtipp empfehlen würde. Mitten in der Natur liegt das Restaurant Bergstugan Fröå Gruva. Ein super gemütliches kleines Café/Restaurant, das traditionelle schwedische Gerichte serviert (Hallå Köttbullar!). Man sitzt schön in der Wärme und kann raus in die Natur gucken, wo der Schnee auf den Bäumen glitzert und die Sonne immer noch auf Halbmast steht.
Der größte Wasserfall Schwedens
Nach dem Mittagessen kommt mein Highlight der ganzen Reise. Wir fahren weiter Richtung Tännforsen, dem größten Wasserfall Schwedens. Ein wirkliches Naturwunder. Von Åre sind es circa zwanzig Minuten mit dem Auto und nachdem man von der Hauptstraße abgebogen ist, geht es noch mal rund zehn Minuten über eine verschneite Straße zum Touristenpunkt des Wasserfalls. Nach fünf Minuten Fußmarsch durch den Wald erreicht man den Wasserfall, den man schon von weitem hört. Ein Must-do auf jeder Schweden-Reise!
Quad-Tour durch den verschneiten Winterwald
Mein drittes Highlight folgt am Abend. Denn da geht es für uns auf eine Quad-Tour durch die verschneiten Wälder. Mittlerweile ist es natürlich schon wieder dunkel, aber das macht nichts – die Quads haben ja Licht. Warm eingepackt, und damit meine ich WIRKLICH warm eingepackt (draußen hat es minus 20 Grad), fahren wir rund eine Stunde durch die Natur. Unbedingt eine Tour buchen und die Gegend nicht auf eigene Faust erkunden. Denn es ist wirklich unglaublich kalt draußen und man braucht jemanden, der sich in der Gegend auskennt. Der Vorteil: Die komplette Ausrüstung (Wärmeanzug, Schuhe, Handschuhe und Schneebrille) bekommt man direkt dazu.
Zusammenfassung meiner Tipps:
- Tännforsen Wasserfall besuchen
- Schneemobil bzw. Quad-Tour durch die verschneite Landschaft buchen
- Mittagessen im Bergstugan Fröå Gruva Restaurant
- bei Sonnenauf- oder untergang durch die Wälder fahren
- Wellness nach dem Skifahren oder den Ausflügen (in den großen Hotels kann man auch Tagespässe buchen, falls die eigene Unterkunft keinen Wellness-Bereich hat).
Das Hotel
Übernachten dürfen wir im 5-Sterne-Hotel Copperhill Mountain Lodge. Ein riesengroßes Hotel, das mich auf den ersten Blick an eine Skilodge in Kanada erinnert. Zu der Zeit ist nicht viel los (Anfang Dezember), man sollte trotzdem rechtzeitig buchen. Vor allem in den Wintermonaten ist die Gegend ein beliebter Skiort und weit im Voraus ausgebucht. Das Hotel hat ein tolles Spa, das wirklich Goldwert ist, wenn man am Nachmittag verfroren von den Ausflügen zurückkommt. Das Hotel kostet ab 160 Euro pro Zimmer und Nacht.
Anreise
Per Flugzeug von Deutschland nach Stockholm und weiter nach Östersund. Flüge gibt es ab circa 200 Euro mit Lufthansa oder SAS, die von München, Frankfurt und Hamburg über Stockholm nach Östersund fliegen. Vom Flughafen mit dem Mietwagen weiter nach Åre (circa 150 Euro für vier Tage).
Unterkünfte
In Åre gibt es vor allem viele Skihotels, die bestimmt nicht schlecht sind, aber wenig Charme haben. Unser Hotel (siehe oben) war bestimmt eines der besten im Ort und ist wirklich sehr zu empfehlen, hat allerdings auch seinen Preis. Beim nächsten Mal würde ich wahrscheinlich eine Unterkunft über Airbnb buchen, denn da findet man wirkliche Schätze. Zum Beispiel die typischen kleinen rot-weißen Häuschen mit Veranda und See vor der Tür. Da kann man es sich vor dem Kamin mit einer Tasse Tee und einem selbstgekochten Abendessen richtig gemütlich machen.
Beste Reisezeit
Ich habe die Gegend bisher nur im Dezember erlebt und finde die Zeit perfekt. Aber jeder Monat hat seine Vor- und Nachteile. Ich habe mich mit einem Einheimischen unterhalten, der vom Mai schwärmt, wo man nachts um ein Uhr sogar Skifahren kann, weil es noch hell ist. Polarlichter lassen sich dafür wohl am besten zwischen Januar und März beobachten. Wenn ich das nächste Mal nach Åre fahre, und das mache ich bestimmt bald, würde ich wahrscheinlich im Januar oder Februar fahren. Aber die Gegend hat bestimmt auch im Sommer ihren Reiz. Dann am besten richtig im Hochsommer (Juli, August), damit es auch schön warm ist und man in den vielen Seen baden kann.
Extra-Tipps
Wirklich warm einpacken. Am besten mit Skiunterwäsche unter der normalen Kleidung. Mütze, Schal und dicke Socken (wenn nicht sogar doppelt) sind ein Muss, damit man nicht friert. Mein Tipp: Nehmt eine dünne Daunenjacke mit, die ihr unter den normalen Mantel ziehen könnt. Die hält super warm, nimmt im Koffer nicht viel Platz weg und schützt vor den Temperaturen. Zudem würde ich immer einen langen Mantel anziehen, damit man etwas über dem Po hat und es nicht an den Beinen zieht.
Viel Spaß beim Winterurlaub in Schweden!
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Traumhafte Bilder! Schweden im Winter ist einfach magisch, auch wenn es kalt ist. Gerade wenn man mit dem Mietwagen durch die verschneite Landschaft fährt oder nachts auf der Jagd nach Polarlichtern ist, sind zuverlässige Navigation und Aurora-Apps unverzichtbar. Ich finde eine eSIM Schweden dafür super praktisch – so spart man sich das Hantieren mit physischen Karten in der Kälte und ist sofort startklar. Danke für die Inspiration!