Taipeh Reiseguide: Die besten Tipps für Taiwans Hauptstadt
- Lucy Binder
- vor 2 Stunden
- 7 Min. Lesezeit
Taipeh eignet sich ideal für einen Stopover auf Langstreckenflügen, etwa auf dem Weg nach Südostasien oder Australien. Dieser Reiseguide zeigt, wie du 48 Stunden in Taipeh sinnvoll nutzt und die wichtigsten Orte erlebst.

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Taipeh ist für viele Reisende vor allem eines: ein Umsteigepunkt. Der internationale Flughafen gilt als einer der beliebtesten Hubs in Asien, vor allem auf dem Weg nach Japan, Südostasien oder Australien. Wer hier einfach nur den nächsten Anschlussflug nimmt, verpasst allerdings eine der spannendsten Städte Ostasiens. Zwei Nächte reichen aus, um einen ersten Eindruck zu bekommen – und um zu verstehen, warum Taipeh mehr ist als nur ein Zwischenstopp. Solltest du also mit dem Gedanken spielen, einen Flug mit Taipeh als Zwischenstopp zu buchen, überlege dir, ob du nicht schon ein, zwei Tage vorher anreisen möchtest, um diese besondere Stadt zu erkunden.
Dieser Taipeh Reiseguide zeigt, wie du 48 Stunden in Taipeh sinnvoll nutzt und in der kurzen Zeit die besten Highlights entdecken kannst.
Warum sich ein Stopover in Taipeh lohnt
Taipeh, die Hauptstadt von Taiwan, lässt sich auch bei kurzer Aufenthaltszeit gut erkunden: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen nahe beieinander und sind schnell mit der Metro erreichbar. Öffentliche Verkehrsmittel funktionieren zuverlässig, Entfernungen sind überschaubar und selbst als Erstbesucher:in findet man sich schnell zurecht. Für einen kurzen Aufenthalt ist die Stadt ideal, weil sich moderne Architektur, Natur und Esskultur auf engem Raum verbinden lassen.
Wer zwei Nächte bleibt, kann Taipeh ohne Zeitdruck erleben und muss nicht das Gefühl haben, nur von Highlight zu Highlight zu hetzen.
Orientierung & Fortbewegung in Taipeh
Das Zentrum von Taipeh lässt sich sehr gut mit der Metro (MRT) erkunden. Die Züge sind sauber, pünktlich und auch für Besucher:innen ohne Sprachkenntnisse leicht verständlich. Viele der wichtigsten Orte liegen entlang weniger Linien, sodass man kaum Zeit mit Umsteigen verliert.
Vom internationalen Flughafen Taoyuan gelangt man am einfachsten mit der Airport MRT in die Stadt. Wichtig: Es gibt zwei Verbindungen. Die Express Line (gelb) fährt direkt ins Zentrum und hält nur an wenigen Stationen, während die blaue Linie an jeder Station stoppt und deutlich länger braucht. Für einen kurzen Aufenthalt ist die Express Line die bessere Wahl.
Gut zu wissen: Du musst keine Tickets am Automaten kaufen. An den Bahnsteigen hält man beim Ein- und Aussteigen einfach das Smartphone an das Lesegerät und bezahlt kontaktlos. Das funktioniert schnell und unkompliziert und spart Zeit, besonders bei einem 48-Stunden-Stopover.
Für den Aufenthalt empfiehlt es sich, ein Hotel in zentraler Lage zu wählen, idealerweise in der Nähe einer MRT-Station. So bleibt mehr Zeit für die Stadt selbst.
Taipeh Sehenswürdigkeiten & Erlebnisse in 48 Stunden
Die folgenden Stationen lassen sich gut auf zwei Tage verteilen und geben einen ausgewogenen Eindruck von Taipeh.
Taipei 101 besuchen
Der Taipei 101 gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Lange Zeit war er das höchste Gebäude der Welt, heute ist er vor allem ein Symbol für das moderne Taipeh. Von der Aussichtsplattform hat man einen weiten Blick über die Stadt und die umliegenden Berge.
Wer wenig Zeit hat, sollte den Besuch möglichst früh am Tag oder am späten Nachmittag einplanen, um Warteschlangen zu vermeiden. Auch das Viertel rund um den Turm lohnt sich für einen Spaziergang.

Sonnenuntergang auf dem Elephant Mountain
Der Elephant Mountain ist einer der besten Orte, um Taipeh von oben zu sehen – und gleichzeitig erstaunlich schnell erreichbar. Der Aufstieg dauert je nach Tempo etwa 15 bis 20 Minuten und ist gut ausgebaut, allerdings mit vielen Stufen.
Belohnt wird man mit einem Blick auf die Skyline und den Taipei 101, besonders stimmungsvoll bei Sonnenuntergang. Festes Schuhwerk ist nicht zwingend nötig, aber bequeme Schuhe machen den Aufstieg angenehmer.

Night Markets erleben
Ein Besuch auf einem Night Market gehört zu Taipeh einfach dazu. Hier zeigt sich die Stadt von ihrer lebendigsten Seite: Garküchen, kleine Stände, Stimmengewirr und der Geruch von frisch zubereitetem Essen. Perfekt für den ersten Tag, um sich durch die Leckereien der Stadt zu probieren.
Besonders bekannt sind der Shilin Night Market und der Raohe Night Market. Wer wenig Zeit hat, sollte sich auf einen Markt konzentrieren und dort einfach treiben lassen, statt alles sehen zu wollen. Tipp: Auch wenn Taipeh sehr digitalisiert ist, braucht man auf den Night Markets meist Bargeld.
Dumplings essen bei Din Tai Fung
Wenn es einen kulinarischen Klassiker in Taipeh gibt, dann sind es Dumplings – und kaum ein Ort ist dafür so bekannt wie Din Tai Fung. Die Xiaolongbao, mit Brühe gefüllte Teigtaschen, sind hier das Aushängeschild und gelten für viele als Pflichtbesuch.
Din Tai Fung betreibt mehrere Filialen in der Stadt, dennoch muss man je nach Tageszeit mit Wartezeiten rechnen. Bei Ankunft wird die voraussichtliche Wartezeit angezeigt und man zieht eine Nummer. Wir wollten ursprünglich spontan in die Filiale im Untergeschoss des Taipei 101, dort betrug die Wartezeit jedoch fast zwei Stunden. In einer anderen Filiale waren es „nur“ 45 Minuten, die wir mit einem kurzen Spaziergang und etwas Shopping überbrückt haben. Wer Wartezeiten vermeiden möchte, plant den Besuch am besten außerhalb der Stoßzeiten oder wählt eine Filiale abseits der großen Einkaufszentren. Das Essen ist sehr gut und ein Besuch bei Din Tai Fung perfekt, um einen Eindruck von der taiwanesischen Küche zu bekommen.

Kaffeekultur in Taipeh
Wer mich kennt, weiß, dass ich auf Reisen überdurchschnittlich viel Zeit mit der Recherche nach dem besten Kaffee verbringe. Ich bin keine exzessive Kaffeetrinkerin, aber meine ein, zwei Cappuccino pro Tag müssen die besten der Stadt sein.
Taiwan hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Kaffeekultur entwickelt, und besonders in Taipeh ist sie allgegenwärtig. Zwischen traditionellen Teehäusern finden sich zahlreiche kleine Röstereien und Cafés, die großen Wert auf Herkunft, Zubereitung und Qualität legen. Viele Betriebe arbeiten mit hellen Röstungen und bieten Filterkaffee, Pour-over oder Cold Brew an. Die Cafés sind oft minimalistisch gestaltet, ruhig und ideal für eine Pause zwischen zwei Programmpunkten. Wer sich abseits der Sehenswürdigkeiten bewegt, entdeckt schnell Orte, die weniger auf Durchlaufkundschaft ausgelegt sind und eher als Treffpunkt für Einheimische dienen. Zu den besten Cafés in Taipeh zählen zum Beispiel Coffee Law, Simple Kaffa (betrieben von einem Barista Weltweister) oder Coffee: Stand Up.
Ein Viertel bewusst erkunden
Statt möglichst viele Punkte abzuhaken, lohnt es sich, einen Stadtteil bewusst zu erkunden. Gegenden wie Daan oder Zhongshan zeigen den Alltag der Stadt: kleine Cafés, Buchläden, Parks und ruhige Seitenstraßen. Gerade bei einem kurzen Aufenthalt schafft das einen Gegenpol zu den bekannten Sehenswürdigkeiten und vermittelt ein realistischeres Bild von Taipeh.

Essen in Taipeh: kurz & wichtig
Taipeh gilt als eine der besten Food-Städte Asiens. Selbst einfache Garküchen bieten oft erstaunlich gutes Essen. Wer wenig Zeit hat, sollte sich nicht verzetteln, sondern gezielt essen gehen – lieber ein gutes Lokal als fünf mittelmäßige Snacks. Neben Dumplings lohnen sich Nudelsuppen, gebratener Reis und süße Snacks auf den Night Markets.
Tipp: Buche dir direkt am Anfang eine geführte Food-Tour durch Taipeh. So lernst du nicht nur die Stadt kennen, sondern auch die besten Restaurants und Imbisse – empfohlen von Einheimischen. Zum Beispiel auf der "Iconic Foods Tour" von Taipei Eats.

Praktische Tipps für 48 Stunden in Taipeh
Taipeh ist unkompliziert, aber ein paar Dinge erleichtern den Aufenthalt. Eine lokale SIM oder E-SIM sorgt für stressfreie Navigation. Bargeld ist auf Night Markets weiterhin hilfreich, auch wenn viele Orte Karten akzeptieren.
Das Klima kann je nach Jahreszeit feucht und warm sein, leichte Kleidung und bequeme Schuhe sind sinnvoll. Regen ist möglich, kurze Schauer gehören zum Stadtbild dazu.
Wenn du aus Deutschland (direkt) nach Taipeh fliegst, landest du meist frühmorgens Ortszeit. Dann ist zu Hause gerade Schlafenszeit und der Jetlag macht dir zu schaffen. Um schnell in den neuen Rhythmus zu kommen, solltest du versuchen, am Ankunftstag so lange wie möglich (am besten bis abends) wach zu bleiben. Plane daher Dinge, die dich ablenken und wachhalten. Zum Beispiel tagsüber die Food-Tour, zum Sonnenaufgang auf den Elephant Mountain und abends auf den Night Market.
Taipeh Reiseguide: Das Wichtigste auf einen Blick
Empfohlene Dauer: 2 Nächte/ 48 Stunden (oder natürlich noch länger)
Beste Reisezeit: März–Mai & Oktober–November
Anreise: Direktflug von Deutschland (z.B. mit EVA Air). Umsteigepunkt auf Langstreckenflügen nach Japan, Südostasien & Australien
Flughafen: Taoyuan International Airport (TPE)
Einreise: visumfrei für deutsche Staatsbürger:innen (bis 90 Tage)
Fortbewegung: Metro (MRT), kontaktloses Bezahlen möglich. Uber ist unverhältnismäßig teuer.
Beste Viertel zum Wohnen: Zhongshan, Daan, Ximending
Bezahlen: Karten weit verbreitet, auf Märkten aber meist nur Bargeld
Sprache: Mandarin, Englisch in der Stadt gut verständlich
Fazit: Taipeh als Stopover nutzen
Taipeh hat mich extrem positiv überrascht. Ursprünglich hatte ich gar nicht geplant, den Flughafen zu verlassen, sondern direkt weiterzufliegen, doch da mein Anschlussflug erst viele Stunden später ging, habe ich spontan beschlossen, schon einen Tag früher zu kommen und mir die Stadt anzusehen. Zum Glück! Zwei Nächte reichen aus, um Taipeh wirklich kennenzulernen, und es lohnt sich allemal. Taipeh eignet sich perfekt für einen Stopover auf Langstreckenflügen – etwa auf Routen von Europa über Asien nach Australien oder Südostasien, bei denen der Flughafen Taoyuan ein praktischer Umsteigepunkt ist. Die Stadt ist gut organisiert, schnell zugänglich und bietet in kurzer Zeit viel: moderne Architektur, lebendige Märkte, grüne Hügel und eine lebhafte Essenskultur. Was mich besonders überrascht hat: Trotz Millionenmetropole ist alles so sauber, ruhig und grün. Fest steht: Wenn ich das nächste Mal entscheiden muss, wo ich einen Zwischenstopp mache, würde ich sofort wieder über Taipeh fliegen und dort mindestens zwei Nächte bleiben.
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